Suche:

Erinnerung ist ewige Gegenwart

Gedenkfeier zum Totensonntag am 26. November 2017





Am vergangenen Sonntag fand auf dem Kirchhof die Gedenkfeier für die Gefallenen und Vermissten vor dem Ehrenmal statt. Bürgermeister Gerhard Gertitschke gedachte in seiner Ansprache an die Toten aus dem 1.Weltkrieg und des zweiten Weltkrieges.
Die Gedanken an die verstorbenen in unserem Herzen zu tragen ist verbunden mit dem Bestreben, die Opfer vor dem Vergessen zu bewahren. Denn wenn niemand mehr an sie denkt, dann sind sie endgültig tot, dann kann ihr Schicksal keinem mehr etwas sagen.
Der französische Philosoph Gabriel Marcel der beide Weltkriege erlebt hatte schrieb „Weil die Toten schweigen, beginnt alles immer wieder von vorn“. Damit die Toten nicht schweigen, damit wir ihre Stimmen hören und ihre Mahnungen beherzigen, begehen wir in Neckartailfingen den Totensonntag.
Der Totensonntag setzt hier ein Zeichen: Und er fragt danach, welche Schlüsse sich aus der Vergangenheit ziehen lassen; er fragt, wo wir heute stehen und welche Werte uns wichtig sind. Uns geht es um eine Welt, in der die Menschen in Frieden und Freiheit zusammenleben können. Uns geht es um ein Gedenken, das sich der Geschichte stellt und deshalb nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart blickt.
Erinnerung ist ewige Gegenwart!
Der Totensonntag ist nicht nur ein Tag der trauernden Erinnerung, sondern auch ein Tag, der zum Nachdenken und Handeln aufruft. Er fordert dazu auf, sich damit auseinanderzusetzen, was während der beiden Weltkriege und der NS-Herrschaft an Gewalt und Unmenschlichkeit geschehen ist und was heute Entsetzliches geschieht.
Der Totensonntag ist gerade heute hochaktuell.
In Europa haben die Politiker, haben die Menschen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Untergang der Nazidiktatur auf Annäherung und Aussöhnung gesetzt. Dieser Weg war oft nicht leicht, aber er erwies sich als gangbar und wirkungsvoll. Er hat zu Verständigung und einer immer größeren Einigung geführt, er hat unserem von so vielen Kriegen geschüttelten Kontinent die längste Friedensepoche seiner Geschichte gebracht.
Unter der musikalischen Umrahmung der Gedenkfeier durch den Sängerbund und den Musikverein wurde die Kranzniederlegung am Ehrenmal durch Bürgermeister Gerhard Gertitschke und Gemeinderat Ralf Niebauer vorgenommen. Im Anschluss an die Gedenkfeier begaben sich die Anwesenden zum Totengedenken der Gemeindemitglieder auf den Friedhof. Hier wurde unter der musikalischen Umrahmung des Sängerbundes und des Musikvereines an die Verstorbenen in der Gemeinde gedacht.

Gerhard Gertitschke

Bürgermeister

 


Zurück zur Übersicht